Alluvialböden sind Schwämmböden, die nach der Ablagerung des von Flüssen und anderen Fließgewässern angeschwämmten Materials entstehen.
Altindustrialisierte Räume sind Regionen, die meistens aufgrund von Rohstoffvorkommen schon früh industrialisiert wurden. Infolge von veränderten Marktbedingungen (Kohle- und Stahlkrise) wurden sie wegen ihrer Monostruktur (Montan-, Schwerindustrie) in den letzten Jahrzehnten oftmals zu Problemräumen. Als Weg aus der Krise wird der so genannte Strukturwandel angesehen, der nach der Aufgabe der alten Monostrukturen zur Ansiedlung von Wachstumsindustrien und Unternehmen im tertiären Sektor führen soll. (Deindustrialisierung)
Das traditionelle Beltsystem der Landwirtschaft in den USA entstand durch die über weite Räume ähnlichen Relief-, Klima- und Bodenverhältnisse, die in großen zusammenhängenden Gebieten eine weitgehend einheitliche Nutzungsform ermöglichten. Die unterschiedlichen Agrarzonen, die nach ihren wichtigsten Anbauprodukten benannt wurden, werden agricultural belts (Landwirtschaftsgürtel) genannt.
Die Bevölkerungsbewegung bezeichnet die Zu- oder Abnahme der Zahl der Einwohner eines Gebietes. Es ist eines der zentralen Untersuchungsgebiete der Demografie. Es existieren zwei zentrale Einflussfaktoren für das Bevölkerungswachstum in einer einzelnen Raumeinheit:
In Verbindung mit feuchten Luftmassen können Northers zu Blizzards werden, die extreme Wintereinbrüche mit starkem Schneefall zur Folge haben.
Branchendiversifikation ist das Gegenteil von Monustruktur. Ein Raum mit einer hohen Branchendiversifikation ist weniger krisenanfällig als ein monostrukturierter Raum.
Der COMECON (Council for Mutual Economic Assistance), auch RGW (Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe) genannt, wurde am 25. Januar 1949 als sozialistisches Gegengewicht zum Marshallplan und zur OEEC in Moskau gegründet. Er war der wirtschaftliche (im Gegensatz zum militärischen Warschauer Pakt) Zusammenschluss der Staaten Polen, Tschechoslowakei, DDR, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Albanien (dessen Mitgliedschaft später "ruhte"), um die diesen Zusammenschluss beherrschende Sowjetunion. Der RGW hatte zum einen die Aufgabe, eine bessere wirtschaftliche Spezialisierung und Arbeitsteilung zwischen den sozialistischen Staaten zu erreichen und zum anderen eine allmähliche Angleichung der sehr unterschiedlichen wirtschaftlichen Bedingungen. Als Folge der arbeitsteiligen Spezialisierung entstand eine wechselseitige Abhängigkeit zwischen der UdSSR und den anderen RGW-Staaten. Der Außenhandel zwischen den Mitgliedern war ganz in der Logik des planwirtschaftlichen Systems durch mehrjährige bilaterale Verträge gekennzeichnet. Obwohl vom System her nicht vorgesehen, war der Handel zwischen den Mitgliedern annähernd ausgeglichen, da es aufgrund der fehlenden Konvertibilität der Währungen wenig attraktiv war, Gläubigerpositionen im Außenhandel aufzubauen. Einzelnen Ländern waren Spezialisierungsgüter zugewiesen, die sie in andere RGW-Länder exportierten. Mit dem Ende des planwirtschaftlichen Systems durch die politischen Umwälzungen in Osteuropa seit 1989 löste sich der RGW am 28. Juni 1991 auf.
Seit die Anzahl der Industriearbeiter in vielen im 19. Jahrhundert industrialisierten Gesellschaften ("Dienstleistungsgesellschaften") relativ auffällig sinkt, wird in der Soziologie auch von Deindustrialisierung gesprochen.
Als Direktinvestition bezeichnet man die finanzielle Beteiligung eines Investors (Direktinvestor, Muttergesellschaft) an einem Unternehmen in einem anderen Land (Direktinvestitionsunternehmen, Tochtergesellschaft), die nach Art und Umfang dazu bestimmt ist, einen dauerhaften Einfluss auf die Geschäftspolitik dieses Unternehmens auszuüben. Gemäß internationalen Standards (siehe Abschnitt) ist von dem geforderten "dauerhaften Einfluss" auszugehen, wenn die Beteiligung mindestens 10 % des Kapitals des Direktinvestitionsunternehmens ausmacht. Aus der Sicht des Inlandes unterscheidet man zwischen aktiven Direktinvestionen (Direktinvestitionen im Ausland) und passiven Direktinvestitionen (ausländische Direktinvstitionen im Inland).
Als Downtown wird in den USA die Innenstadt bezeichnet. Sie besteht zum größten Teil aus Bürogebäuden und anderen Einrichtungen des tertiären Sektors. Sie beherbergt außerdem den CBD einer Stadt.
Ein Eisstau bildet sich im Frühjahr meist an von Süd nach Nord fließenden Gewässern in der gemäßigten bis subpolaren/polaren Zone, wenn das Schmelzwasser aus dem Süden bereits abfließt und eventuell noch Eisstücke mit sich führt, welche sich dann am noch gefrorenen Teil des Gewässers aufstauen. Dabei kann es zu enormen Aufschichtungen mit einer Mächtigkeit von mehreren Metern kommen. Häufig kommt dieses Phänomen in Sibirien vor. Diese Eisstaus haben auch meistens Überschwemmungen zur Folge.
Industriebranchen, die weitestgehend rohstoffunabhängig sind, bzw. deren Rohstoffe durch ihren Wert die Transportkosten egalisieren (High-Tech-Industrie), werden als footloose industries bezeichnet. Standortbestimmend sind stattdessen Fühlungsvorteile oder die Nähe zu Forschungseinrichtungen.
Begriff aus der Pionierzeit der USA als die Erschließung von Osten nach Westen voranschritt. Die Frontier ist ein Saum an der Spitze der Erschließungsbewegung, der aus verschieden Gruppen besteht, die sich auf dem Weg in den Westen immer wieder selbst überholten. Zu diesen Gruppen gehörten Pelzhändler und Trapper, französische Bergleute, Goldsucher, Squatter, Ranger und Ackerbauern.
Gentrification bezeichnet den Prozess der baulichen Aufwertung von innerstädtischen Bereichen (Altbauten) und den Zuzug wohlhabenderer Bevölkerungsschichten. Ursprünglich von hohem Wert, waren diese Stadtteile vor der Gentrification oftmals vernachlässigt worden, so dass die Wohnqualität niedrig war und sich sozial schwache Klientel ansiedelte. Nach der Luxussanierung wiederum werden diese Bereiche, auch durch die Nähe zur Downtown, für die wohlhabendere Bevölkerung attraktiv.
Siehe auch entsprechendes Referat.
Als Global City werden Großstädte bezeichnet, die eine weltweite wirtschaftliche und finanzielle Bedeutung inne haben. Sie sind Sitz von internationalen Großkonzernen (global players) und wichtigen, weltweit agierenden Organisationen. Als Global Citys werden New York, Tokio und London bezeichnet.
Der Homestead Act (Heimstättengesetz) von 1862 sagt aus, dass jeder amerikanische Bürger 160 Acre Land (eine quarter section) für 1,25 $ je Acre erwerben kann, wenn es über den Zeitraum von fünf Jahren bewirtschaftet wird.
Als Hurrikan wird ein tropischer Wirbelsturm bezeichnet, wenn er sich im Atlantik, in der Karibik, im Nordpazifik östlich der Datumsgrenze oder im Südpazifik östlich von 160° O entwickelt hat. Hurrikane können in der Zeit von Mai bis Dezember entstehen, die offizielle Saison läuft vom 1. Juni bis zum 30. November. Hurrikane können bis zu zwei Wochen andauern und riesige Flächen verwüsten (Durchmesser: mehrere 100 Kilometer). Wenn Hurrikane die Frontalzone der mittleren Breiten erreichen, können sie sich in ein außertropisches Tiefdrucksystem umwandeln (extratropical transition) und dann sogar Europa noch schwere Regenfälle bringen.
Unter dem Begriff Joint Venture versteht man Kooperationen von Gesellschaften bei denen es zur Gründung einer neuen, rechtlich selbständigen Geschäftseinheit kommt, an der beide Gründungsgesellschaften mit ihrem Kapital beteiligt sind. Neben dem Kapital bringen die Gründungsgesellschaften meist einen wesentlichen Ressourcenanteil an Technologie, Schutzrechten, technischem bzw. Marketing-Knowhow und oder Betriebsanlagen ein. Ein Joint Venture ist durch zwei Aspekte gekennzeichnet, nämlich Kooperation und Autonomie.
Die klimatische Trockengrenze durchteilt die USA bei etwa 100° westlicher Breite. Östlich von ihr herrscht eher humides Klima, westlich eher arides Klima.
Zusammenschluss ehemaliger Landeigentümer zu einem Genossenschaftsbetrieb in der ehemaligen Sowjetunion. Gebäude, Maschinen, Vieh und weitere Produktionsmittel gehörten der Kolchose. Der Lohn war nach Menge und Qualität der Arbeit gerichtet. Einziger Abnehmer der Produktion war der Staat.
Die Kolonialzeit war die erste entscheidende Erschließungsphase in Nordamerika (ab 1607). Zu dieser Zeit waren im Wesentlichen vier Mächte an der Erforschung des Kontinents beteiligt:
Die Kolonialzeit endet mit der Erklärung der Unabhängigkeit von England 1776.
Produktionsstätten in der ehemaligen UdSSR, die horizontal und/oder vertikal verflochten sind, oft aber weit voneinander entfernt liegen. Dieser Zusammenschluss wird als Kombinat bezeichnet.
Kryptohandel wird betrieben von Personen, die ihre Zeit dazu einsetzen, sich bei Angebotsknappheit für die Waren anzustehen und diese oft unmittelbar nach dem Kauf zu höheren Preisen an die leer ausgegangenen Interessenten weiterzuverkaufen. Diese Praxis wird als Kryptohandel bezeichnet und ist teil des informellen Individualhandels (ugs. Schwarzhandel).
Gesetz in den USA von 1785, das festlegt, dass vor der Vergabe des Landes eine Messung erfolgen muss. Als System für die Landvermessung wurde die quadratische Landaufteilung festgesetzt.
Demnach wird das Land durch N-S bzw. W-E verlaufenden Linien in 6 mal 6 Meilen große quadratische Flächen (Townships) aufgeteilt, welche wiederum in 36 Sections der Fläche 1 mal 1 Meile aufgeteilt wird. Diese Sections lassen sich wiederum weiter unterteilen (Quartersection, usw.).
Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft in der ehemaligen DDR. Deutsche Entsprechung der sowjetischen Kolchose. Zusammenschluss von Bauern ab den 1950er-Jahren zu einer Genossenschaft. Meist auf Basis der Dörfer und Gemeinden organisiert.
Der Manufacturing Belt entstand aus der Anhäufung von Industrie, Städten und Bevölkerung im Nordosten der USA. Die Industrie entstand dort aufgrund von großen Rohstoffvorkommen (Kohle, Eisenerz) und der guten Verkehrsanbindung über die Atlantikküste, die großen Seen und den Sankt-Lorenz-Strom.
Heute hat der Manufacturing Belt mit den selben Problemen zu kämpfen wie andere altindustrialisierte Räume. Als neues Wachstumzentrum hat sich der Sunbelt gebildet.
Großräume, in denen die einzelnen Städte teilweise ohne sichtbare Grenzen ineinander übergehen, werden als Megalopolis bezeichnet, zum Beispiel die rund 1.000 km lange Megalopolis zwischen Boston und Washington (Boswash). Weitere Beispiele sind die Räume zwischen Chicago und Pittsburgh (Chipitts) und zwischen San Francisco und San Diego (Sansan).
Siehe entsprechendes Referat.
Eine Region, die eine Monostruktur aufweist, stützt ihre Wirtschaft oft nur auf einen oder wenige Industriezweige. Ein Beispiel in Deutschland ist die Kohle und Eisenerz abbauende Montanindustrie, die sich nun seit der Stahlkrise und der damit einhergehenden Arbeitsplatzverluste in einer Strukturkrise befindet. Der Weg aus der Monostruktur und der Strukturkrise ist der Strukturwandel, dadurch können sich neue Industriezweige ansiedeln und die Monostruktur aufgebrochen werden.
Unter Northers versteht man in den USA Kaltlufteinbrüche aus den Polarregionen, die kalte und trockene Luft aufgrund fehlender West-Ost-Barrieren (z.B. Gebirgen) bis tief in das Landesinnere der USA bringen. Diese sog. Northers zählen zu den Natural Hazards und können in Verbindung mit feuchten Luftmassen auch zu Blizzards werden, die extreme Wintereinbrüche mit starkem Schneefall zur Folge haben.
Die Pionierzeit ist eine Phase der Besiedlung und Erschließung der USA, die von 1790 bis 1890 angesetzt wird. Während dieser Phase wurde der Westen der USA erschlossen. An der Spitze der Erschließungsbewegung befand sich die sogenannte Frontier. Der Bau der transkontinentalen Eisenbahnen zwischen 1862 und 1883 beschleunigte und begünstigte diesen Vorgang.
Ideologischer Sonderfall in der Landwirtschaft der UdSSR. Jeder Kolchos- und Sowchosbauer konnte für die Selbstversorgung und den Verkauf auf dem Markt Produkte nach eigenem Belieben auf einem kleinen Teil des Landes anbauen. Bei bestimmten Anbaufrüchten (z.B. Kartoffeln) trug das private Hofland einen wesentlichen Teil der Gesamtproduktion bei.
Ein im Gegensatz zur kollektiv bewirtschftschafteten Kolchose rein staatlicher landwirtschaftlicher Großbetrieb in der ehemaligen Sowjetunion. Der Lohn der festangestellten Arbeiter war produktionsunabhängig festgesetzt. Im Laufe der Zeit gegenüber der Kolchose bevorzugt wegen der besseren Kontrollierbarkeit von Seiten des Staates und weitestgehenden Entsprechung der Ideologie.
Die Auswanderung aus den Stadtkernen in die Vorstädte (suburbs) aufgrund von Wohnraumknappheit und Verteuerung der Grundstückspreise wird Suburbanisierung genannt.
Die Sunbelt umfasst den Bereich der südlichen Staaten der USA, von Kalifornien über Texas bis nach Florida. Die Sunbelt-Region gilt aufgrund ihres starken Wirtschafts- und Bevölkerungswachstums als Zukunftsregion der USA. Der Sunbelt hat den Manufacturing Belt als wichtigste Wirtschaftsregion der USA abgelöst, ausgelöst durch die Ansiedlung von Hightechindustrien (vgl. Silicon Valley) und die Erdölfunde im Raum Texas und der daraus entstandenen petrochemischen Industrie.
Siehe entsprechendes Referat.
Ein Tornado (span. drehend), auch Großtrombe oder Wind- oder Wasserhose, amerikanisch Twister genannt, ist ein kleinräumiger Luftwirbel in der Erdatmosphäre, der eine mehr oder weniger senkrechte Drehachse aufweist und im Zusammenhang mit konvektiver Bewölkung (Schauer- oder Gewitterwolken, Cumulus und Cumulonimbus) steht, wobei sich der Wirbel durchgehend vom Boden bis zur Wolkenuntergrenze erstreckt. Diese Definition geht auf Alfred Wegener (1917) zurück und ist in dieser Form heute noch allgemein anerkannt.
Territorialer Produktionskomplex, Wirtschaftsregion in der ehemalige Sowjetunion. Vom Staat geplante aber nur teilweise realisierte Projekte zur Förderung von strukturschwachen Gebieten in Sibirien mit teils großen Mengen an Bodenschätzen. Gezielte vertikale und horizontale Verflechtung von Betrieben und Industrien und gezielte Ansiedlung von Arbeitskräften. Vergleichbar mit dem Kombinat, jedoch in wesentlich kompakterer Form.
Das flächenhafte Ausufern der Vorstädte als Folge der Suburbanisierung wird als urban sprawl bezeichnet.